Der etwas andere Büroalltag – Geschichten aus dem Sunlime-Office

Seit dem 16.03.2020 hat sich auch bei uns alles auf einen Schlag verändert. Wie ihr bereits durch unseren Newsletter und auf unseren Social Media Kanälen erfahren habt, sind wir im Home-Office für euch tätig. Außer einer Person – nämlich mir. Wir haben uns dazu entschieden, dass ich im Büro die Stellung halte. Auch aus dem einfachen Grund, damit ich weiterhin für unsere Kunden telefonisch da sein kann. Ebenso soll sich auch nicht die Post vor unserer Bürotür stapeln … Pakete, Briefe – da sind Dinge dabei, wo von unserer Seite her Handlungsbedarf besteht. Ja man glaubt es kaum, es kommen noch Briefe per Post und nicht nur per Mail 😉

Nicole BüroalltagDiese Lösung ist dadurch möglich, dass ich nun ganz alleine in unserem Großraumbüro sitze, aber auch weil alle sanitären Anlagen, direkt bei uns im Büro verfügbar sind und ich auch so mit niemanden in Kontakt gerate. Das Gebäude des Kindermannzentrums ist so gut wie leer und der 4. Stock gleicht einer verlassenen Westernstadt.

In diesem Beitrag möchte ich euch einen kleinen Einblick geben, wie es sich anfühlt, wenn man von einem Tag auf den anderen seine Kollegen und Kolleginnen nicht mehr um sich hat. Wir sind es gewohnt, als Team sehr eng zusammenzuarbeiten und auch der Spaß kam dabei nicht zu kurz.

Vorab ist zu erwähnen, dass wir in der heutigen Zeit – und vor allem wir bei Sunlime – so gut miteinander vernetzt sind, dass wir die Arbeitsabläufe sehr gut von zu Hause aus abwickeln und Projekte managen können. Wir kommunizieren intern über Slack bzw. Telefon und haben auch mit JIRA ein perfektes Tool, das sich bei uns für das Projektmanagement bewährt hat. Also dieser Ablauf ist nach wie vor eine runde Sache.

Aber was macht es mit einem, dass man nur allein im Büro ist, die Kollegen und Kolleginnen zu Hause sind und auch kein persönlicher Kundenkontakt derzeit stattfindet? Jeder der in einem Großraumbüro arbeitet, kennt die Situation. Da ist immer etwas los, der Lärmpegel ab und zu mal etwas höher. Dafür gab es aber immer eine gute Lösung: Kopfhörer auf! Erstens ist das auch ein Hinweis für die anderen, dass man gerade konzentriert arbeiten möchte, oder man hat die Möglichkeit sich etwas abzuschotten (Stichwort noice-cancelling). Ja und nun? Ich muss gestehen, jetzt wäre mir etwas „Lärm“ sehr recht. Ich ertappe mich auch des Öfteren dabei, dass ich die Kopfhörer aufsetze, aber wozu? Laut wird es im Moment ja wirklich nicht. Da muss ich dann innerlich schon wieder schmunzeln.

Vor Corona hat man schnell mal seine Kollegen gefragt, wenn man kurz Unterstützung benötigt hat. An dessen Reaktion hat man dann auch gleich gemerkt, ob es grad passt, oder man es besser später noch einmal probiert. Tja Gesichtsausdrücke, derzeit Fehlanzeige. Ebenso ob jemand gerade die Kopfhörer aufhat und nicht gestört werden will, fällt weg. Somit bleibt dann nur die Möglichkeit eine kurze direkte Nachricht zu verschicken.

Die gesamte Situation fühlt sich für einen Teil von mir immer noch etwas unrealistisch an. Passiert das alles gerade wirklich? Seien es die leeren Straßen oder das leere Bürogebäude. Es ist manchmal wirklich spooky. Ich stelle fest, dass ich den persönlichen Kontakt schön langsam zu vermissen beginne. Auch deswegen kommt es vor, dass ich einfach mal zum Hörer greife und einen Kollegen oder eine Kollegin anrufe, wenn ich etwas brauche. Auch um wieder eine vertraute Stimme zu hören.

Klar bringt die „Einsamkeit“ im Büro auch ein paar kleine Vorteile. Bad-Hair-Days – I don’t care. Es sieht mich ja keiner und ein Dutt geht – wie wir Frauen wissen – eigentlich immer 😉 Somit spart man sich auch etwas Zeit nach dem Aufstehen. Ich glaube auch, wenn ich von zu Hause aus arbeiten würde, wären meine Jogging-Hose und ich bereits zu einer untrennbaren Einheit verschmolzen. So springe ich doch jeden Tag in die Jeans. Und vermutlich würde ich öfter zum Kühlschrank gehen, als es mir lieb ist (Memo: der nächste Sommer bzw. Strandurlaub kommt aber bestimmt). Nach reiflicher Überlegung war es das dann aber auch schon wieder mit den Vorteilen.

Zusammenfassend kann ich für mich sagen: trotz Home-Office auf der einen Seite und der alleinige Alltag im Büro auf der anderen Seite, stelle ich beim Arbeitsfluss, bei der Produktivität und auch der Qualität keine Einbußen bei uns fest.

ABER: das Fehlen des persönlichen Kontakts geht langsam schon an die Substanz. Ich freue mich auf den Tag, wenn ich alle wieder um mich habe. Die verrückte Truppe fehlt mir und es ist nicht mehr dasselbe. Vor allem, wenn – so wie bei uns – das Teamgefühl und der Zusammenhalt so einen hohen Stellenwert einnehmen.

Bis bald aus der „Büro-Zentrale“ 🙂

Nicole Pfeiffer
... kümmert sich mit viel Liebe um das Wohlbefinden des Teams und schreibt daher gerne über Themen rund um betriebliche Gesundheit & Co.

1 Kommentar zu diesem Beitrag

  • Avatar Ingeborg Schiessler

    Liebe Frau Pfeiffer,
    besten Dank für Ihre berührenden Worte.

    Auch mir geht das ewige Einerlei der aufgezwungenen Isolation schon ziemlich auf die Nerven.
    Als ich noch Kinderbetreuungen machen durfte, war ich manchmal froh die Wohnungstüre hinter mir schließen zu dürfen – und Ruhe zu haben. Jetzt ist mir die Ruhe viel zu laut. Es lauft zwar fast den ganzen Tag der Radio oder der Fernseher… nur das Programm bringt meine Stimmung auch nicht zum Jubeln.

    Anfangs habe ich mich noch mit der Erstellung von kreativen Bildern beschäftigt, auch die Website aktualisiert und allein ein wenig Gymnastik im Wohnzimmer gemacht.
    Aber jetzt will ich einfach nur raus aus dem „Käfig“. Rasch mal eine Glühbirne kaufen können, damit ich am Schreibtisch wieder Licht habe oder ein paar neue Schuhe kaufen. Auch zum Friseur sollte ich schon lange…
    Jedoch – allein schon der Gedanke, dass ich nur vermummt das Haus verlassen darf, bringt mich schon zum Schwitzen… Es wird ja toll, wir werden alle rund um Nase bis Kinn weiß bleiben, wenn wir auch den ganzen Sommer das „Tröpfchen-Batterl“ im Freien tragen sollen. Ich stell mir auch schon vor, wie ich hechelnd Tennis spiele – nein nicht (nur), weil ich zu wenig Kondition habe – sondern, weil man ja durch den „Fetzen“ vor Nase und Mund schon beim langsamen Gehen nicht genug Luft kriegt.

    So – aber nun genug vom Jammern und miese Stimmung verbreiten.

    Ich wünsche Ihnen, dass Sie bald wieder gemeinsam mit dem hervorragenden Team in dem wunderschönen Großraumbüro arbeiten können.
    Also, noch ein wenig durchhalten. Bleiben Sie gesund!

    Ganz liebe Grüße
    Ingeborg Schiessler

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