Widerrufs-Button — was Webshop-Betreiber jetzt wissen müssen

Christoph Potzinger
Christoph Potzinger
CEO
Zuletzt aktualisiert am 29.07.2026
AB 19. JUNI 2026

Widerrufs-Button — was Webshop-Betreiber jetzt wissen müssen

Seit 19. Juni 2026 muss jeder österreichische Webshop, der an Verbraucher:innen verkauft, einen Widerrufs-Button bereitstellen. Die Regelung geht auf die EU-Richtlinie 2023/2673 zurück und wird in Österreich über eine Novelle des Fern- und Auswärtsgeschäfte-Gesetzes (FAGG) umgesetzt. Das Ziel: Verbraucher:innen sollen online genauso einfach widerrufen können, wie sie gekauft haben. Für Shop-Betreiber heißt das: handeln. Wir erklären, worum es geht, wie du deinen Shop rechtskonform machst und was das technisch bedeutet.

Was die neue Regelung genau fordert

Der Widerrufs-Button muss deutlich sichtbar, ganzjährig erreichbar und ohne Login-Pflicht zugänglich sein. Nach Klick führt er auf ein Widerrufsformular, in dem der Vertrag identifiziert wird und die Kundendaten erfasst werden. Die Shop-Software muss dem Kunden anschließend eine automatische Bestätigung auf dauerhaftem Datenträger (in der Regel E-Mail) senden. Das Prinzip dahinter heißt Widerrufssymmetrie: Der Weg raus muss so einfach sein wie der Weg rein.

Die Pflicht gilt für alle B2C-Online-Shops, unabhängig von Größe oder Rechtsform. Für reine B2B-Shops ist der Button nicht vorgeschrieben. Wer die Regelung ignoriert, riskiert Abmahnungen durch Mitbewerber, Verbandsklagen (VKI) und Verfahren über die WKO-Schiene.

Die technischen Lösungswege

WooCommerce mit Germanized: Wer seinen Shop auf WordPress mit WooCommerce und dem Plugin Germanized (Pro) betreibt, ist technisch bereits abgedeckt. Germanized bringt den Widerrufs-Button als Standard-Feature mit, inklusive Formular, automatischer Bestätigungsmail und DSGVO-konformer Dokumentation. Zu tun bleibt die korrekte Konfiguration und eine Platzierungs-Prüfung im Theme.

Shops ohne Germanized: Wer einen individuell entwickelten Checkout, ein anderes Shop-System oder WooCommerce ohne Germanized nutzt, muss den Widerrufs-Button maßgeschneidert integrieren. Das umfasst Frontend (Button + Formularseite), Backend (Erfassung und Speicherung der Widerrufe), eine automatisierte Bestätigungs-Mail und die Anbindung an den Retouren-Prozess. Je nach Architektur ist das in wenigen Stunden erledigt — oder wird zum eigenen Mini-Projekt.

Shopify, Shopware, Magento: Die großen Commerce-Plattformen arbeiten an offiziellen Widerrufs-Button-Modulen. Wer solche Systeme einsetzt, sollte jetzt prüfen, ob ein Update oder eine Plugin-Installation nötig ist.

Was du jetzt konkret tun solltest

Drei konkrete Schritte vor dem Stichtag:

Status prüfen

Welches Shop-System nutzt du? Ist Germanized im Einsatz? Gibt es schon einen Widerrufs-Button und entspricht er den Anforderungen?

Lücken schließen

Fehlt der Button oder ist er rechtlich unsauber, entscheide dich für eine Umsetzungsvariante und plane die technische Umsetzung ein.

Testen und dokumentieren

Klick dich einmal komplett durch den Widerrufs-Prozess, prüfe die Bestätigungsmail und dokumentiere den Ablauf für deinen internen Compliance-Check.







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